Luisa Schlager, Referentin des E-Mentoring-Programms CyberMentor, stellte den Marienschülerinnen der 7. Klasse bis zur Q2 das Konzept ihres Programmes vor und begeisterte auf diese Weise einige für Berufe im MINT-Bereich.

Was haben Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus und Stephen Hawking gemeinsam? Alle drei sind Genies, ihrer Zeit weit voraus, erlangten Weltruhm durch ihre Erfindungen und Entdeckungen, aber vor allem sind sie eines: Männer. Um auch die Beteiligung von Mädchen und Frauen in MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu steigern, rief die Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit der Uni Regensburg das E-Mentoring-Programm CyberMentor ins Leben. Luisa Schlager besuchte die Marienschule als Referentin des Angebots und informierte alle Schülerinnen von der 7. Klasse bis zur Q2 über die vielfältigen Möglichkeiten, die sich ihnen dadurch bieten.

Cybermentoring 1
Die Teilnehmerinnen des Mentoring-Programmes erhalten die einmalige Gelegenheit, sich mindestens ein Jahr lang mit persönlichen Mentorinnen aus dem MINT-Feld auszutauschen, die zusammen mit ihren Schützlingen (Mentees genannt) spannende Projekte durchführen, sie über die Berufsaussichten in der Wissenschaft informieren und hilfreiche Kontakte für die Zukunft knüpfen. Die Mentorinnen sollen den Mädchen als weibliche Rollenmodelle dienen und ihnen ihr Fachgebiet frühzeitig aus einer außerschulischen Perspektive vorstellen. Ermöglicht wird der persönliche Austausch über eine Internetplattform, in der die Teilnehmerinnen im Laufe des Programmes zusammen mit anderen Gleichgesinnten in Foren, Chats sowie per E-Mail in Kontakt treten und interessante Projekte organisieren können. Seit dem Programmstart des „CyberMentors“ 2005 konnten bereits über 4500 Mädchen aus ganz Deutschland von ihren persönlichen Mentorinnen profitieren.

Cybermentoring 2
Luisa Schlager, die als Hilfskraft im Bereich der Pädagogischen Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg beschäftigt ist, setzte sich in ihrer Präsentation auch mit der Frage auseinander, weshalb Frauen in MINT-Bereichen so unterrepräsentiert sind: „Ich glaube, das liegt vor allem in Vorurteilen begründet – Vorurteile der Frauen gegenüber MINT beziehungsweise solche gegen die Fähigkeiten von Frauen allgemein.“ Mit dem CyberMentor wolle man ein Zeichen gegen eine derartige starre Rollenverteilung von Mann und Frau setzen. Dass Mädchen nämlich durchaus Interesse an technischen oder naturwissenschaftlichen Berufen zeigen, wird an dem Erfolg des Mentoring-Programmes deutlich. Pro Jahr verzeichnet das Angebot stolze 800 Anmeldungen junger Frauen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Allen Teilnehmerinnen wird eine geschützte Plattform zum Austausch garantiert und darüber hinaus die Kontaktaufnahme mit einer Mentorin im favorisierten Teilgebiet von MINT.

Cybermentoring 3
Luisa Schlager wusste von vielen spannenden Projekten zu erzählen, die sich im Rahmen des E-Mentorings bereits ergeben hatten, darunter ein heiß begehrtes Praktikum bei der European Space Agency (ESA), der Bau eines Elektroautos oder das Entwerfen eines Kartenspieles zum Thema bedrohte Tierarten. Die Marienschülerinnen, denen die Referentin ihr Programm vorstellte, zeigten sich ebenfalls sehr begeistert von dessen Konzept und „entrissen“ Luisa Schlager ihr gesamtes Informationsmaterial, wie sie es ausdrückte. Auf der Internetseite des E-Mentoring-Programms www.cybermentor.de können sich die jungen Frauen sowohl weiter darüber informieren als auch ihre Anmeldung einreichen. Der vorläufige Anmeldeschluss ist Donnerstag, 15. Juni, aber alle drei Monate lädt ein neuer Rundenstart weitere Interessierte zur Teilnahme ein.

(Bericht: Anna Manz, Fotos: MM / GB)