Mit pädagogischem Theater gegen Alkoholmissbrauch: Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen der Limburger Marienschule haben gemeinsam mit den Theaterprofis von „Creative Change e.V.“ aus Offenbach eine Woche lang die Gefahren von Alkoholkonsum spielerisch erarbeitet und gelernt, wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten können.


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Die Projekttage begannen mit einer Szene, die vielen Jugendlichen bekannt sein sollte: Eine Gruppe junger Menschen erzählt ihrem Freund von ersten Erfahrungen mit Alkohol und will ihn dazu bringen, am kommenden Wochenende auch mitzutrinken. Als dieser von der Idee nicht begeistert ist, setzen ihn seine drei Freunde immer mehr unter Druck. „Solche Situationen begegnen Jugendlichen leider viel zu oft.“, erklärt Philip von Creative Change e.V. aus Offenbach. Die gemeinnützige Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit theaterpädagogischen Techniken für Problemen zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, Konflikte, in die sie möglicherweise früher oder später geraten, lösen zu können. „Es ist wichtig, dass junge Menschen frühzeitig lernen, mit Gruppenzwang umzugehen und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Das gilt ganz besonders im Bereich der Suchtprävention.“

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Die Marienschülerinnen und -schüler haben aber nicht nur praktisch auf der Theaterbühne gearbeitet, sondern sie erfuhren während der Projekttage auch, dass laut Umfragen 8,7% der 12- bis 17-Jährigen von Alkohol abhängig sind. Das Einstiegsalter liege dabei oftmals bei 13 oder 14 Jahren. Während des Projektes durften die Schülerinnen und Schüler immer wieder selbst in Theaterrollen schlüpfen und versuchen, Konflikte, in die die Charaktere der Theaterstücke in verschiedenen Zusammenhängen gekommen sind, zu lösen: Wie verhalte ich mich richtig, wenn meine Clique etwas von mir verlangt, was ich eigentlich nicht möchte? Wo finde ich Hilfe, wenn ich das Gefühl habe, dass ein Freund ein Problem mit Alkohol hat? Wie gehe ich mit Gruppenzwang um? Der Workshop und der ganz praktische Ansatz stießen bei den Schülerinnen und Schülern auf große Begeisterung: „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Ich war total aufgeregt, als ich selbst auf der Bühne eine Szene spielen durfte, aber es war die Aufregung auf jeden Fall wert“, so Lilly aus der 8b, die in die Rolle von Anika geschlüpft ist. Auch die Schülerin Annalena Heinz findet, dass das Präventionstheater zum Thema Alkohol genau das ist, was Schülerinnen und Schüler heute brauchen: „Immer mehr Jugendliche fangen schon im jungen Alter an zu trinken. Ich finde, es war ein Schritt in die richtige Richtung, den unsere Schule mit dem Projekt gemacht hat. Die Theatergruppe Creative Change hat viele Themen gut rübergebracht und uns gut über die Gefahren und Folgen, die beim Umgang mit Alkohol entstehen können, aufgeklärt.“

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Über das positive Feedback war auch Klassenlehrer Bastian Hoffmann begeistert. „Wir hoffen, in Zukunft mehr solcher Projekte anbieten zu können. Alkohol- und Suchtprävention allgemein ist eine wichtige Aufgabe von Schule. Dank Unterstützung durch den Landkreis Limburg-Weilburg konnte dieser lebendige Workshop mit den Theaterprofis von Creative Change auf die Beine gestellt werden.“
Die Präventionsbeauftragte der Marienschule, Isabel Trost, betont in diesem Zusammenhang: „Suchtprävention ist seit vielen Jahren ein wichtiger Baustein im ganzheitlichen pädagogischen Konzept der Marienschule. Mit dem Theaterprojekt für die Jahrgangsstufe 8 haben wir einen starken Ansatz gefunden, mit dem wir unsere Schülerinnen und Schüler zielgruppengerecht und nachhaltig erreichen können.“

(Text: Clarissa Nagel, Zoe Miller und Annalena Heinz, Fotos: Creative Change e.V.)