Vor den Türen der Sporthalle warten die Schülerinnen und Schüler gespannt auf ihre Mitspieler, in der Halle stehen schon unzählige Fußballschuhe von kleinen Kindergrößen bis Erwachsenenschuhe – bereit für ihren Einsatz. Dass dieser Nachmittag kein gewöhnlicher ist, liegt insbesondere an den Gästen – den Kindern und Jugendlichen aus dem Flüchtlingscamp in Staffel. Anstatt wie üblich in den Unterrichtsstunden Sport zu machen, lädt die Marienschule Limburg an diesem Nachmittag dazu ein, sich gemeinsam sportlich zu betätigen – egal ob im Fußball, Tischtennis oder Basketball. Organisiert wurde das sportliche Programm, mit Unterstützung der Schülerinnen und Schüler der Klassen 8f und 9e, von dem Sportkurs der E1 von Daniel Laukner.

Fl1         Flucht3

„Sport ist immer gut“, erklärt Schulleiterin Dr. Henrike Zilling und blickt freudig-lächelnd auf die vielen Flüchtlingskinder, die eifrig nach den passenden Sportschuhen suchen. Dank einer großen Sammelaktion im Vorfeld konnten genügend Sportschuhe für die Aktion bereitgestellt werden. Zahlreiche Kinder und Jugendliche haben sich mit ihren Freunden und Familien aus dem Staffeler Flüchtlingscamp auf den Weg gemacht, um gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Fußball zu spielen, neue Bekanntschaften zu machen und Spaß zu haben. „Wir wollen den Kindern Zeit schenken, Spiele anbieten und ihnen vor allem die Möglichkeit geben, einmal raus aus dem Alltag zu kommen“, so die Schulleiterin. Das Angebot sei dankend angenommen worden. Sie hätten alle kommen wollen, um Spaß zu haben, berichtet der syrische Flüchtling Louai Dabbaghie. Er selbst sei Mitglied des nationalen syrischen Schwimmteams gewesen, bevor er mit dem Boot flüchten musste. Sport bedeute ihm sehr viel und deshalb sei er dankbar, dass die Marienschule ihnen die Möglichkeit gebe, gemeinsam Sport zu machen. „Das ist wirklich großartig“, betont Louai Dabbaghie und feuert seine Freunde an. Dass die Kinder aus unterschiedlichen Ländern kommen und syrische, afghanische, irakische, iranische und deutsche Kinder zusammen Fußball spielen, ist an diesem Tag unerheblich: Die Herkunft sei nicht von Bedeutung. Doch auch wer nicht Fußball spielen möchte, kann aktiv werden. Weitere Sportangebote wie Tischtennis und Basketball unter Anleitung der Lehrkräfte Albrecht Kauschat, Daniel Laukner und Frank Wollmann bieten eine willkommene Abwechslung für die Großen, während sich die ganz Kleinen zum Basteln und Malen mit Sozialarbeiterin Carolin Maxeiner zusammenfinden. An dem kostenlosen Buffet, das von der Schule und den Eltern zur Verfügung gestellt wird und von Hauswirtschaftslehrerin Britta Fachinger-Möwis organisiert wird, können sich die Sportler und anfeuernden Eltern mit Kaffee und Kuchen stärken. Das Engagement der Kolleginnen und Kollegen, der Eltern und insbesondere der Schülerinnen und Schüler sei überwältigend – auch außerhalb des schulischen Rahmens. So würden Marienschülerinnen in ihrer Freizeit Deutschkurse anbieten oder sich im Bereich der Kinderbetreuung ehrenamtlich engagieren. Des Weiteren hätten Jenna Min Schmidt (Klasse 7c), Anouk Zens (Klasse 7e) und Emily Elßner (Klasse 7a), die im vergangenen Schuljahr erfolgreich an einem Wettbewerb im Zuge des Englischunterrichts teilgenommen haben, ihr Preisgeld von 100 Euro zur Unterstützung der Flüchtlingshilfe der Marienschule gespendet. Eine Spende in Höhe von 1.000 Euro hatte die DEKA-Bank der Schule für das Flüchtlingsprojekt zur Verfügung gestellt: „Unser herzliches Dankeschön geht an unsere Schülerinnen Melissa und Jacqueline Schröder sowie deren Vater, der die Spende vermittelt hatte“, sagte Dr. Henrike Zilling. Selbstverständlich werde sich die Marienschule zukünftig weiterhin engagieren, so die Schulleiterin. Mit der Unterstützung der Schülervertretung solle ein Adventskalender für die Flüchtlingskinder gestaltet werden, der hinter jedem Türchen Zeit zum Spielen verschenke. Ein weiteres mögliches Projekt könne eine AG-Stunde sein, die wöchentlich in dem Flüchtlingslager stattfinden würde und auch zu der Aktion „Share a Christmas“, einem gemütlichen Beisammensein, seien Schülerinnen und Schüler sowie Flüchtlinge herzlich eingeladen. Die Bereitschaft und Ideen seien vielfältig und die Resonanz positiv und für diesen sportlichen Nachmittag gibt es von den Flüchtlingen ein „Daumen hoch“!

Weitere Fotos finden Sie in hier.

(Text: Lea Velthuysen/HF, Fotos MM/HF)

 

fl2