Unmittelbar vor den Sommerferien kamen aktuelle und ehemalige Kolleginnen und Kollegen sowie Vertreter der Schülerschaft in der Aula zusammen, um an der Marienschule Wirkende zu verabschieden bzw. wegen ihrer Dienstjubiläen zu ehren. Diesen Rahmen nutzte auch die zukünftige zweite stellvertretende Schulleiterin Yvonne Engelmann, um sich der Lehrerschaft kurz vorzustellen.

Den musikalischen Auftakt der Veranstaltung bildete die gelungene Darbietung der neu gegründeten Big Band unter Leitung von Christoph Pabst, bei der sich Schulleiterin Dr. Henrike Zilling herzlich bedankte, bevor sie alle Anwesenden herzlich begrüßte.

BigBand HP
Der stellvertretende Schulleiter Dr. Hans Paul Breunig ließ es sich nicht nehmen, seinen langjährigen Kollegen Sieghart Möller unterhaltsam in den Ruhestand zu verabschieden. Hierfür hatte er zunächst eine Präsentation entwickelt, die eng an die bekannte Quizshow „Wer wird Millionär?“ angelehnt war und das Publikum einbezog. Dr. Breunig gelang es dabei auf ansprechende Weise, die Eigenheiten von Herrn Möllers Unterricht noch einmal hervorzuheben, was den Mathematik- und Physik-Kollegen das ein oder andere Mal zum Schmunzeln brachte. Mit Sieghart Möller verliere die Marienschule laut Dr. Breunig einen geschätzten Kollegen, der sich stets durch Genauigkeit, Verlässlichkeit und Konstanz in der Verfolgung seiner pädagogischen Ziele hervorgetan habe. Diese Eigenschaften habe der Kollege auch in eine Reihe von Zusatzaufgaben einfließen lassen, wie z. B. die langjährige Betreuung der audiovisuellen Medien oder das Amt des Fachsprechers Physik. So verwundere es denn auch nicht, dass Sieghart Möller laut einer Beurteilung „ein wegen seiner geraden Linie, seiner Kompetenz und seiner Hilfsbereitschaft sehr geschätzter Kollege“ sei. Im anstehenden Ruhestand werde es ihm nach Einschätzung des stellvertretenden Schulleiters sicher nicht langweilig, da er durch seine lokalpolitische Tätigkeit und sein Engagement für seinen Heimatort viel zu tun habe. Besonders schön war es, im Anschluss zu erleben, dass Maria Möller, MAV-Vorsitzende und als Sieghart Möllers Ehefrau laut Dr. Breunig dessen „größte Errungenschaft in der Referendarszeit“, selbst ein paar persönliche Worte über ihren Mann zum Besten gab.

Moeller HP
An die Ausführungen von Dr. Hans Paul Breunig schloss sich die musikalische Darbietung des Projektchores unter der Leitung von Carola Opitz an, die die Schulleiterin als so wunderschön bezeichnete, dass sie eine Gänsehaut bekommen habe.

Chor HP
Nicht nur der Ruhestand ist es, der die Schulgemeinde Kollegen verabschieden lässt, manchmal ist es auch einfach der Wunsch nach Veränderung dieser Lehrkraft. Dies trifft auch auf Katrin Schäfer zu, die viele noch unter Maschlanka kennen dürften: Katrin Schäfer, die seit 1997 an der Marienschule Kunst und Deutsch an den verschiedenen Schulformen und in allen Stufen unterrichtete, habe, so Schulleiterin Dr. Henrike Zilling, stets ein enormes Fortbildungsinteresse gehabt, wobei schon früh ein kunsttherapeutischer Schwerpunkt zu erkennen gewesen sei. So liegen nach Einschätzung der Schulleiterin Katrin Schäfers Stärken denn auch besonders im pädagogisch-psychologischen Bereich, wie z. B. Elternarbeit, Förderung der Klassengemeinschaft, Unterstützung problematischer Kinder usw. Vor knapp drei Jahren habe sie bereits das Seminar „Zur besonderen Situation chronisch kranker Kinder“ der Heinrich-Hoffmann-Schule für Kranke der Stadt Frankfurt am Main besucht, so Dr. Zilling, wo sie nun ab dem neuen Schuljahr intensiv-pädagogisch mit Grundschulkindern arbeiten werde, die in der Psychiatrie waren und noch nicht normal beschult werden können. Die Schulleiterin bedauere es, mit Katrin Schäfer, die jahrelang Fachsprecherin Kunst gewesen sei, eine Kollegin zu verlieren, die sich durch ihren Kunstverstand, ihr didaktisches Vermögen und ihre kunsthistorische Beschlagenheit auszeichne. Zugleich zeigte Dr. Zilling jedoch auch Verständnis für Katrin Schäfers Entscheidung, die aus dem Wunsch nach Veränderung und einem inneren Ruf resultiere.

Schaefer HP

Musikalisch nahmen dann noch Kollegen, mit denen Katrin Schäfer eng zusammengearbeitet hatte, Abschied von der Lehrkraft.

Lehrerchor HP
Um Ulrike Giebenhain zu verabschieden, gab der stellvertretende Schulleiter Dirk Fredl einen Überblick über den Lebenslauf der Mathe- und Physik-Kollegin, wobei er immer wieder Parallelen zu den Forschungsarbeiten bekannter Physik-Nobelpreisträger vergangener Jahre herstellte. Seit 2008 habe die ehemalige Marienschülerin an alter Wirkungsstätte in der Sekundarstufe I als Fach- und Klassenlehrerin gewirkt und sei aufgrund ihrer Zugewandtheit und ihrer Fähigkeit, komplexe Dinge einfach erklären zu können, bei ihren Klassen fachlich und menschlich gut angekommen. Ihre Qualitäten als Lehrerin unterstreiche auch das Gutachten, das nach einjähriger Tätigkeit erstellt worden und zu dem Ergebnis gekommen sei, dass „Frau Giebenhain […] eine hilfsbereite, zuverlässige und einsatzfreudige Lehrkraft […und] durch ihre freundliche und liebenswürdige Art bei den Schülerinnen und der Lehrerschaft gleichermaßen beliebt“ sei. Obwohl es ihr – wie sie selbst sage – an der Marienschule wirklich gut gehe, sie mit dem Herzen dabei sei und keinen Grund zur Flucht habe, verlasse sie auf eigenen Wunsch das katholische Gymnasium, um eine junge Privatschule in Diez mit aufzubauen. Viele Optionen böten sich an der Diezer Schule, die die dreifache Mutter als Chance betrachte, nochmal einen Neubeginn zu wagen und eine junge Schule mit zu prägen. Der stellvertretende Schulleiter betonte, er sei sicher, dass ihr das gelingen werde, weil sie der absolut richtige Typ für eine solche Aufgabe sei. Abschließend wünschte er der Kollegin viel Erfolg und Gottes Segen bei der Arbeit in Diez. Auch die MAV-Vorsitzende Maria Möller bedauerte den Fortgang der Kollegin, an der sie deren ausgleichende, freundliche und hilfsbereite Art besonders geschätzt habe. Auch sie wünschte Ulrike Giebenhain für die Zukunft alles erdenklich Gute.

Giebenhain HP
In der Folge übernahm wieder Schulleiterin Dr. Henrike Zilling das Wort, um Kaplan Joachim Wichmann zu verabschieden. Für den Seelsorger sei, so Zilling, die Marienschule eine ideale Wirkungsstätte gewesen, da der junge Mann hier seinen beiden Berufungen habe folgen können: Das Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch, Theologie und Latein habe ihm beim Unterrichten geholfen, das Vollstudium Theologie sei Voraussetzung für seine Tätigkeit als Kaplan. Als er vor zwei Jahre an die Marienschule gekommen sei, habe er rasch die Anerkennung des Kollegiums erhalten, was Dr. Zilling auch auf seine ihm eigene zurückhaltende, humorvolle und sehr präzise Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, zurückführte. Auch Joachim Wichman schätze den Umgang mit den Kollegen, das Vertrauen, die Offenheit, die man ihm entgegengebracht habe: Er fühle sich angenommen. Kennzeichnend für den Unterricht des Kaplans sei nach Einschätzung Dr. Zillings dessen offene und tolerante Diskussion von Glaubensfragen. Diesen gewinne er sogar etwas Positives ab, weil er sich so immer wieder auf die Kernfragen des Glaubens zurückgeworfen und gezwungen sehe, die eigene Position stets aufs Neue zu schärfen. Das Fundamentum des Geistlichen sei nach Darstellung Dr. Zillings dessen Gelassenheit, die er seinem Elternhaus verdanke. Aufsehen habe mitunter das Fahrzeug des Kaplans erregt, mit dem dieser nach Einschätzung einer Kollegin das Klischee des pastoralen Mitarbeiters sprenge. Da ‚BMW‘ aber ja auch für ‚Beten mit Wichmann‘ stehen könne, sei ein Bezug zur seelsorgerischen Tätigkeit ja durchaus gegeben, merkte die Schulleiterin mit einem Augenzwinkern an, bevor sie Joachim Wichmann für die Zukunft Gottes Segen und alles Gute wünschte. Maria Möller, Vorsitzende der MAV beschrieb Wichmann als einen verlässlichen und kooperativen Mitarbeiter, der sich durch seinen trockenen Humor auszeichnete und wünschte ihm für seine neue Tätigkeit als Pfarrer im pastoralen Raum Bad Camberg-Selters alles Gute.

Wichmann HP

Im Gegensatz zu Joachim Wichmann, der vergleichsweise kurz an der Marienschule tätig war, gehört Silvia Staacks zu denjenigen, die es lange an der Schule hielt: Seit 18 Jahren war sie für die Schülerinnen und zuletzt auch Schüler in der Nachmittagsbetreuung tätig, wie Dr. Henrike Zilling zu Beginn ihrer Ausführungen festhielt. Zusammen mit Petra Dechange habe Silvia Staacks diese aufgebaut, wobei sie von Beginn an immer eigene Gruppen geführt, mit den jüngeren Schülerinnen gelacht, gearbeitet und gespielt habe. Nach Dr. Zillings Einschätzung verdanken viele Schülerinnen ihre guten Noten auch Silvia Staacks, die durch ihre breite Allgemeinbildung, die auch die Sprachen beinhalte, vielen Mädchen und nun auch Jungen in vielerlei Hinsicht geholfen habe, indem z. B. Vokabeln abgefragt, die Kinder ermutigt und getröstet, Lernstrategien vermittelt und in den Gruppen für die nötige konzentrierte Arbeitsatmosphäre Sorge getragen wurde. Als ruhender Pol sei Silvia Staacks für viele Schülerinnen, aber auch für die Mitarbeiterinnen der ehemaligen Tagesheimschule und der jetzigen Schuloase, eine wichtige Person gewesen. Dafür gebühre ihr der große Dank der Schulleiterin, wie diese betonte, bevor sie Frau Staacks mit den besten Glück- und Segenswünschen für den Ruhestand in diesen verabschiedete.

Staacks HP
Neben Kollegen, die verabschiedet wurden, stand mit dem vierzigjährigen Dienstjubiläum von Doris Janson auch noch eine Ehrung an, die vom stellvertretenden Schulleiter Dr. Hans Paul Breunig vorgenommen wurde, der der langjährigen und zwischenzeitlich pensionierten Kollegin und Weggefährtin die Bistumsmedaille überreichen durfte.

Janson HP
Bevor es bei Fingerfood und einem kleinen Umtrunk zum gemütlichen Teil des Nachmittags kam, nutzte die eigens angereiste neue zweite stellvertretende Schulleiterin Yvonne Engelmann die Gelegenheit, sich den anwesenden Mitgliedern der Schulgemeinde kurz vorzustellen, bevor sie demnächst offiziell in ihr Amt eingeführt wird.

Engelmann HP(Bericht: Marisa Kress, Fotos: Anna Feller / FD)