Characters: Cast:
Marianne - BDM Group Leader Maria Sievers
Kristina - Rebecca Pap
Anni (Kristina’s younger sister) - Charlotte Hermann
Ruth - Maike Behlau/ Louisa Behrens
Franziska - Johanna Lademann/Janina Wohlgemuth
Ingrid - Joana Meurer
Elfi - Patricija Martinsone
Helga - Luisa Löser
Beatrix (Gretel) - Sinem Görgülü
Trudi - Emma Hartwig
Hensler, Gestapo officer - Clara Weiß
Stefan, Hitler Youth member - Saamini Srirangana

Der Kurs „Wahlunterricht Darstellendes Spiel in englischer Sprache –Jahrgangsstufe 9“ führte unter der Leitung von Beverly Lloy-Schmitt sein Abschlussprojekt „Adolf’s Girls“ insgesamt dreimal auf – am 26. und 28.06. in Limburg in der Aula der Marienschule, sowie am 01. Juli im English Theatre Frankfurt im Rahmen des zum zweiten Mal stattfindenden English Drama Network. Dreizehn hessische Schulen, die englisches Theater anbieten, teils als Wahlunterrichtsfach (WU), teils als AG oder auch als Projektarbeit, waren dazu eingeladen. Beim Theaterfestival vom 01. – 03. Juli 2015 stellten sich die Teilnehmenden auf den Bühnen des English Theatre gegenseitig ihre Theaterstücke vor.

Für die in diesem Jahr beteiligten Marienschülerinnen war es besonders aufregend, weil sie nach einer kurzen Aufbauphase als erste Gruppe direkt am ersten Tag des Festivals auftraten. Zwei Schülerinnen der Technik-AG durften zusammen mit dem begleitenden Lehrer Herr Schamböck den professionellen Technikern des Theaters bei den Einstellungen für „Light -& Sound“ Regieanweisungen zu unserem Stück geben und während der Aufführung assistieren. Hinter der Bühne mussten unsere Requisiten aufgebaut und die Kostüme zurechtgelegt werden. Dann ging es um die Anpassung der auf der Limburger Bühne verinnerlichten Auf- und Abgänge zwischen den Szenen, denn das Bühnenbild für das Abendprogramm im English Theatre durfte für unseren Auftritt nur geringfügig geändert werden. Die Umstellung auf die fremde Umgebung auf und hinter der Bühne war schon eine erste große Herausforderung für die Schauspielerinnen.

Nach der Begrüßung durch das Education Team des English Theatre wurde das Festival mit unserer Aufführung eröffnet. Die Thematik des Stücks handelt von der Indoktrination junger Menschen am Beispiel des Nationalsozialismus in Deutschland. In einem dem eigentlichen Theaterstück vorangestellten selbsterarbeiteten Prolog wird die Deportation jüdischer Frauen und Kinder szenisch dargestellt. Während sie in einen Eisenbahnwaggon eingepfercht und abtransportiert werden, zeigen Leinwandprojektionen Fakten und Statistiken über die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland. Nach der Ankunft in Auschwitz werden die Kinder von ihren Müttern auf brutalste Weise getrennt und abgeführt.

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In einer neuen Szene werden Originalzitate über den Bund Deutscher Mädel (BDM) vorgetragen, wie sie im “ Gesetz über die Hitlerjugend“ von 1936 enthalten sind.

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Nun marschieren die Darstellerinnen als Mitglieder des BDM erneut auf die Bühne und das eigentliche Stück von Frank Gibbons beginnt. Sie zeigen sich als ganz normale Teenager, die sich begeistern lassen, allerdings nicht für einen Popstar oder für eine Boygroup, sondern für Adolf Hitler und seine Ideologie. In teils schwierigen Dialogen mussten die vierzehn Neuntklässlerinnen sehr viel Text auf Englisch beherrschen. Die dazugehörende Körpersprache, die sie im Laufe des Kurses für die szenische Darstellung angeeignet hatten, konnte jetzt gekonnt in den sechs langen Szenen des Stücks eingesetzt werden.

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Im Verlauf der Handlung wird sichtbar, wie die Begeisterung für den Führer und das nationalsozialistische System durch immer schrecklichere Erlebnisse schwindet, ob durch die Einberufung eines gleichaltrigen Jugendlichen zur Wehrmacht und seiner Rückkehr als Kriegsversehrter, oder durch die immer schwereren Bombardierungen der Städte, vor allem durch das Verschwinden jüdischer Mitbürger und die gemeinen Intrigen eines SS-Manns, die auf Denunziation abzielen.

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In den Feedbackrunden, sowohl nach den Schulaufführungen, als auch im Theater in Frankfurt, stellten Zuschauer die Frage, warum ein Stück über den Nationalsozialismus in Deutschland gerade auf Englisch gewählt wurde. Maßgeblich war das hohe Interesse der Schülerinnen an diesem besonders schrecklichen Teil der deutschen Geschichte, insbesondere aber der Wunsch, etwas Ernsthaftes und Aufrüttelndes zu spielen. Gemeinsames Ziel der Teilnehmerinnen und ihrer Theaterlehrerin war es, auf Macht und Auswirkung von Propaganda auf junge Menschen aufmerksam zu machen und der gegenwärtige Gefährdung Jugendlicher z.B. durch neonazistische oder radikale islamistische Terrororganisationen vorzubeugen.

Als Abschlussprojekt des zweijährigen Kurses Darstellendes Spiel in englischer Sprache dienten die zweieinhalb Tage in Frankfurt der Begegnung der teilnehmenden Gruppen von verschiedenen Schularten in Hessen. Die Marienschülerinnen konnten mit vielen anderen Schülerinnen und Studierenden sich über ihre Theaterarbeit austauschen, aber auch in gemischten Workshops neue Erfahrungen und Anregungen sammeln, einfach Spaß am Theaterspielen erleben und neue Kontakte knüpfen. So wurden zum Schluss Telefonnummern ausgetauscht, und so kann die Verbindung, die zwischen den Kolleginnen des Drama Networks schon seit über einem Jahr besteht, nun auch zwischen den theaterbegeisterten Schülern und Schülerinnen gepflegt werden.

An der Marienschule Limburg wird das Fach Darstellendes Spiel in englischer Sprache seit 2009 im Bereich Wahlunterricht angeboten. Bis heute haben unter der Leitung von Frau Beverly Lloy-Schmitt bereits insgesamt ca. 150 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Das seit 2013 bestehende und zunächst auf drei Jahre angelegte English Drama Network wird vom Education Team des English Theatre in Frankfurt organisiert und durchgeführt. Das Projekt wird vom hessischen Kultus- ministerium gefördert und von großzügigen Spendern aus dem Frankfurter Raum finanziert. Alle bisher beteiligten Schulen hoffen auch über das Jahr 2016 hinaus auf die Weiterführung des Projekts, dessen wesentliches Ziel die Förderung der interkulturellen Kommunikationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler ist.
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(LS/ Br, Fotos: Benjamin Nahm, Dr. Hans Paul Breunig)