Die Autorin Kristina Haug weist in ihrem Artikel über ein Handyverbot im Unterricht (Spiegel Online vom 04.06.2015) auf eine interessante britische Studie hin:

Smartphone-Verbot hilft vor allem schwachen Schülern

Damit Schüler weniger abgelenkt werden, sind Smartphones an vielen Schulen im Unterricht verboten. An einigen Schulen sammeln Lehrer sie ein, wenn die Kinder und Jugendlichen sie dennoch nutzen - manchmal sogar mit der Anweisung, dass nur die Eltern sie wieder abholen dürfen. An anderen Schulen sind die Geräte sogar auch jenseits des Unterrichts unerwünscht. Im Elite-Internat Salem etwa wurde Ende vergangenen Jahres ein Smartphone-Verbot zwischen 21.30 Uhr abends und 14.30 Uhr am folgenden Tag eingeführt.
Dass so ein Verbot durchaus sinnvoll sein kann, haben nun Louis-Philippe Beland und Richard Murphy im Auftrag des Centre for Economic Performance der London School of Economics bewiesen. Die Wissenschaftler verglichen die Leistungen von Schülern in vier englischen Städten vor und nach einem Handyverbot an ihren Schulen, wie die BBC berichtet.
Die Forscher fanden heraus, dass sich die Leistungen der 16-jährigen Schüler durchschnittlich um mehr als sechs Prozent verbesserten, wenn diese ihr Handy in der Schule nicht nutzen durften. Vor allem leistungsschwache Schüler aus Haushalten mit geringem Einkommen profitieren demnach von dem Handyverbot: Ihre Leistungen verbesserten sich um mehr als 14 Prozent - so als wären sie eine Schulstunde pro Woche mehr unterrichtet worden.
Gute Schüler ließen sich indes nicht so sehr von Handys beeinflussen. Sie können sich, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, offenbar besser auf den Unterricht konzentrieren, auch wenn sie ihr Handy dabei haben. Das Fazit der Forscher aus England: "Ein Handyverbot an Schulen kann Bildungslücken kostengünstig verkleinern."

Die lesenswerte Studie ist leider nur in englischer Sprache verfügbar, ihr Ergebnis sollte jedoch auch in die Diskussion um die Handynutzung an unserer Schule einfließen.

Dr. Hans Paul Breunig