Marienschüler zu Gast in der moslemischen DITIB-Gemeinde

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Die DITIB-Moschee (Türkisch-islamische Gemeinde zu Limburg e.V.) in der Blumenröder Straße 4a in Limburg lud zum wiederholten Male  Schüler der Marienschule, nämlich die Jungenklasse 7f und ihre Religionslehrerin Christel Müller-Rentz sowie Pfarrer Johannes Sell, ein, an Ort und Stelle praktisch zu überprüfen, was die Kinder im Religionsunterricht in der Marienschule erarbeitet hatten. Alle sind schon sehr gespannt und ein bisschen aufgeregt. Für viele von ihnen ist es die erste Begegnung mit dem Islam.
In der Schule hatten noch einige Jungs die Befürchtung geäußert, Anhänger des Islam seien doch wohl Islamisten. Sowohl von ihren Religionslehrern als auch von diesem Besuch lernten sie jedoch, dass nicht jeder Moslem ein Islamist ist, Islamisten jedoch schlechte Moslems sind, weil sie sich nicht an die Grundregeln des Islam halten: die Barmherzigkeit und die Nächstenliebe.
Zuerst werden wir vom derzeitigen Imam, der gerade seine guten Deutschkenntnisse in einem VHS-Kurs verbessert, und Frau Döndü Diker, der guten Seele der christlich-islamischen Begegnungen, im Vorhof der Moschee herzlich in Empfang genommen. 

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In der Moschee gibt es auch Tagesräume, wo z.B. Koranunterricht erteilt wird oder wo sich Jugendliche für Freizeitunternehmungen treffen. Hier sehen wir einen Film über Moscheen in Deutschland . In diesem Film wird unter anderem erklärt, wie die rituelle Reinigung oder das sogenannte „ Freitagsgebet“ ablaufen.  Vor allem die Aufnahmen aus Mekka mit den ungeheuren Pilgerströmen, die um die Kaaba herumwandern, beeindrucken die Jungen.

IMAM
Vor dem Betreten des eigentlichen rituellen Gebetsraumes ziehen wir unsere Schuhe aus. Der Imam rezitiert singend einige Zeilen auf Arabisch aus dem Koran. So oder so ähnlich klingt es auch, wenn man in Moscheen in der Türkei oder Saudi Arabiens weilt. Ein Mitschüler liest anschließend die deutsche Übersetzung der Koransure vor. Danach stellen die jungen Besucher die im Unterricht gesammelten Fragen. Die Antworten, die Frau Diker zum Teil dankenswerterweise dolmetscht, sind interessant und informativ, alle schreiben eifrig mit und lassen sich die arabischen Begriffe genau erklären. Wir erfahren, dass der Imam in der Türkei andere Imame ausbildet. Danach stellen sich die moslemischen Gäste und wir christlichen Besucher zum Gruppenfoto auf.
Schließlich dürfen wir uns noch genauer umschauen und Fotos vom Gebetsraum machen. Dieser Raum ist wirklich sehenswert. Die Wände zieren handbemalte Kacheln aus der Türkei, sowohl die Decke als auch der obere Teil der Wände sind mit Wandmalereien geschmückt, die von zwei türkischen Spezialisten gemacht worden sind. Wir werden außerdem herzlich zum „Tag der offenen Moschee“ am 1. Mai eingeladen. Nach dieser sehr gut organisierten Führung  ziehen wir uns im Treppenhaus die Schuhe wieder an und verlassen die Moschee. Im Erdgeschoss unterrichtet die Ehefrau des Imam, eine studierte Theologin, eine Gruppe Frauen. Der Besuch hat uns sehr viele neue Erkenntnisse über den Islam gebracht und uns gezeigt, wie wichtig der interreligiöse Dialog auch in Limburg ist. (Text und Fotos: CMR)