Überragendes Ergebnis für die Marienschule
19 Schülerinnen bei Goethe-Wettbewerb ausgezeichnet

Spitzenergebnis für die Marienschule: 19 Oberstufenschülerinnen sind heute im Hessischen Landtag für ihre Beiträge beim Goethe-Wettbewerb „Deutschlands erster Superstar“ der Landeszentrale für politische Bildung ausgezeichnet worden. Die Gymnasiastinnen brachten drei erste Preise, einen zweiten sowie fünf dritte Preise mit zurück nach Limburg. Die Erstplatzierten dürfen sich auf eine einwöchige Reise nach Weimar und Jena freuen, aber auch die Zweit- und Drittplatzierten können mit Recht stolz auf ihre Arbeit sein, wie auch Landtagspräsident Norbert Kartmann bei der Preisverleihung betonte. Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, die Leiterin des Frankfurter Goethe-Museums, zeigte sich sichtlich erfreut über die Qualität der eingereichten Arbeiten: „Ihr seid sehr phantasievoll mit Deutschlands größtem Dichter umgegangen“, lobte sie die Preisträger.

Mit dem spannenden zehnminütigen Film „Goethes Reise an der Lahn“ belegten die Schülerinnen Jessika Benker, Maren Ehrhardt, Julia Fröhlich, Judith Meurer und Julia Schmidt des Deutsch-Grundkurses von Birgid Sagmeister einen ersten Platz im Gruppenwettbewerb. Sie hatten sich das Ziel gesetzt, die historischen Fakten zu Goethes Lahnreise lebhaft zu übermitteln und einen Kurzfilm zu drehen. Von Beginn an recherchierten sie in den Stadtarchiven von Weilburg sowie Limburg und besuchten zahlreiche Museen und Bibliotheken in Diez und Umgebung, um historische Fakten herauszufinden. Eine Mischung aus selbst nachgespielten Szenen an den original Schauplätzen und kurzen Dokumentationspassagen, in denen sich Historiker zu Goethes Reise an der Lahn äußern, ist das Ergebnis ihrer Arbeit, das die Jury überzeugte und schließlich für den verdienten ersten Platz sorgte.
Zwei erste Plätze konnten sich Antina Leukel und Anna Trost, Schülerinnen der Stufe 13, im Einzelwettbewerb sichern: Antina Leukel aus dem Deutsch-Leistungskurs von Christel Müller-Rentz überzeugte mit ihrer Ausarbeitung der Arbeit „Das Wunder einer Freundschaft: Schiller und Goethe – so könnte es gewesen sein“. Die Abiturientin beschreibt in ihrer Arbeit aus der Sicht der beiden Schutzengel Fritz und Giovanni die Entwicklung der Freundschaft zwischen den beiden Dichtern und konzentriert sich dabei hauptsächlich auf den langen Annäherungsprozess der beiden, der schließlich mit den berühmten Briefwechseln zu einer echten Freundschaft wird. „Besonders interessant war für mich dabei, das bereits im Unterricht inhaltlich besprochene Thema des Leben Goethes innerhalb des Wettbewerbes weiter zu vertiefen und das gesammelte Wissen anzuwenden“, berichtet Antina. Die Arbeit habe ihr enorm Spaß gemacht, insbesondere deshalb, weil der Wettbewerb sehr offen gestaltet war und der Phantasie demnach keine Grenzen gesetzt wurden, so die Abiturientin, die sich schon jetzt auf die siebentägige Reise nach Frankfurt, Weimar und Jena freut. Auf Jena sei sie besonders neugierig, da sie dort noch nie gewesen sei.

Anna Trost aus demselben Kurs entschied sich für ein Theaterplakat zu dem Thema „Faust I“ und nahm sich dabei vor, den Stoff der doch recht komplexen Tragödie speziell für junge Leute verständlich und ansprechend darzustellen. Sie stellte die gesamte Darstellung auf dem Plakat unter die Frage „Wie weit darf man auf der Suche nach seinem persönlichen Glück gehen?“ und bezog dies auf Fausts ungebändigtes Streben nach der totalen Erkenntnis, bei der er letztlich auch Gretchens Tod in Kauf nimmt. Obwohl das Projekt für die Schülerin viel Arbeit bedeutete, hat es ihr enormen Spaß bereitet, für die sie heute schließlich belohnt wurde: „Gestalterische und kreative Projekte machen mir am meisten Spaß. Und der Preis stellt für mich einen schönen Abschluss meiner Schulzeit im Deutsch-Leistungskurs dar“, so die glückliche Gewinnerin.

Auf eine Tagestour mit Privatführung im Frankfurter Goethehaus dürfen sich die Zweitplatzierten freuen. Saskia Eisenmenger, Lea Lehn, Louisa Pfeifer und Carolin Wagner aus dem Deutsch-Leistungskurs hatten Goethes „Totentanz“ vertont und analysiert.
Gleich mehrere Drittplatzierte, die mit Buchpreisen ausgezeichnet wurden, kommen ebenfalls aus dem Leistungskurs: Louisa Theresa Braun und Elisabeth Eberling wurden für ihre Einzelarbeiten geehrt, einen Gruppenpreis erhielten Gülsah Bucak, Anna Dielmann, Louisa Ruster und Toni Walter. Sie hatten einen Film mit dem Titel „Goethe Zeiten. Schlechte Zeiten“ gedreht, in dem Gothes Leben als Persiflage einer TV-Seifenoper gezeigt wird.

Gewinner gab es auch im Deutsch-Grundkurs von Michael Emmerich: Eine Drittplatzierung erzielten Sarah Gawronska und Larissa Frömel, die sich mit dem verschwundenen Schädel Schillers nach seinem Tod auseinandersetzten. Um dieses mysteriöse Thema spannend zu gestalten, überlegten sich die Schülerinnen eine ungewöhnliche Methode: Sie verschriftlichten einen Kriminalroman, der sich in dem Zeitraum von der Beerdigung Goethes bis hin zur Neuzeit erstreckte. Dieser wurde aus der Sicht vieler beteiligter Personen erzählt und endete mit dem Fazit, dass trotz aller verzweifelten Versuche, den Spuren auf den Grund zu gehen, der Schädel verschwunden blieb und demnach unauffindbar sei.

Zudem erhielt Larissa Frömel einen weiteren dritten Preis für ihre Einzelarbeit.
Sichtlich begeistert ob der vielen Gewinnerinnen zeigte sich der kommissarische Schulleiter Dirk Fredl: „Die Arbeiten der Schülerinnen sind ein Beweis dafür, dass auch rund 200 Jahre alte Stoffe nichts an Aktualität verloren haben.“ Es sei beeindruckend, zu sehen, wie kreativ die Schülerinnen mit ihren Themen umgegangen seien – insofern sei auch die Vielzahl der Preise verdient, so der Studiendirektor, der abschließend lachend Goethe zitierte: „Man säe nur, man erntet mit der Zeit.“