Film zum Thema Pressefreiheit begeistert Jury

Wer in Deutschland lebt, muss sich keine Sorgen um die Pressefreiheit machen – oder?! Unter dem Motto „Pressefreiheit – was geht mich das an?“ richtete die Nationale Initiative Printmedien zum vierten Mal einen Schülerwettbewerb aus. Auch die Arbeitsgemeinschaft Schul-TV der Marienschule unter der Leitung von Simone Gräf und Regina Leukel reichte ihren Beitrag ein und wurde bei der Preisverleihung in Berlin mit dem Sonderpreis ausgezeichnet.

Die auf Einladung des Kulturstaatsministers Bernd Neumann erfolgte Veranstaltung in Berlin stand ganz unter dem Zeichen der Medien. Sie begann mit einer Führung der Siegerklassen im Museum für Film und Fernsehen am Potsdamer Platz, woran sich ein gemeinsames Abendessen anschloss, das alle Beteiligten auf die Preisverleihung am nächsten Tag einstimmte.
Höhepunkt war die Auszeichnung der Wettbewerbsbeiträge im Bundeskanzleramt. Neben der Jury – bestehend aus Florian Gess (Ressortleiter beim „stern“), Paul-Josef Raue (Chefredakteur der „Thüringer Allgemeine“) und Hans-Jörg Zürn (Chefredakteur der „Sindelfinger/Böblinger Zeitung“) – waren auch einige Mitglieder des Deutschen Bundestags bei der Preisverleihung anwesend.
Der diesjährige Wettbewerb ist für Kulturstaatsminister Neumann ein ganz besonderer gewesen: „Die professionelle Umsetzung aller Schulen mit dem Thema Pressefreiheit hat uns alle so beeindruckt, dass wir dieses Jahr von 66 abgegebenen Arbeiten nicht drei, sondern vier normale Preise und sogar einen Sonderpreis vergeben möchten.“ Mit den eingereichten Beiträgen hätten sich die Schülerinnen und Schüler auf ein spannendes und wichtiges Thema eingelassen, denn „die Meinungs- und Pressefreiheit ist noch immer gefährdet“, so Neumann, der darauf aufmerksam machte, dass es in vielen Ländern immer noch eine Zensur gibt und Interviewpartner mit vielen Tricks eingeschüchtert werden. „Auch in der deutschen Geschichte haben wir erleben müssen, wie es ist, ohne Pressefreiheit zu leben. Die NS-Zeit und die SED-Diktatur, die noch gar nicht lange her ist, erinnern uns immer wieder daran.“ Neumann rief dazu auf, sich auch in demokratischen Ländern wie Deutschland für die Wahrung der Pressefreiheit einzusetzen. „An euren Beiträgen konnten wir genau das feststellen – mit hohem Engagement, viel Phantasie und Freude habt ihr euch mit dem Wettbewerbsthema auseinandergesetzt. Dafür möchte ich euch danken“, so der Minister.

Hans-Jörg Zürn, der nicht persönlich anwesend sein konnte und deshalb per Video seine Laudatio hielt, machte deutlich, warum der Sonderpreis für die Schul-TV-AG der Marienschule bestimmt war: „In einem Kurzfilm mit dem Thema Pressefreiheit habt ihr euch beeindruckend mit der Frage 'Welche Macht haben die Medien?' auseinandergesetzt. Anhand eines aktuellen Beispiels – des Mordes im Fall Lena aus Emden – habt ihr vorbildlich gezeigt, wie ein Unschuldiger durch eine Hetzkampagne in allen Zeitungen als Mörder dargestellt wurde.“ Außerdem hätten die Schülerinnen kritische Fragen gestellt und mit einer Rückblende in die NS-Zeit, in der es um Zensur und Bücherverbrennung ging, einen perfekten Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart geschlagen. „Mit eurer sorgfältigen, engagierten und kritischen Arbeitsweise habt ihr uns, die Jury, sichtlich beeindruckt. Euer Appell, jede Zeile der Zeitungen zu prüfen, sie aber trotzdem vor Zensur und Gleichschaltung zu schützen, hat uns überzeugt.“ Aus diesem Grund sei die Marienschule mit dem Sonderpreis ausgezeichnet worden, denn der Beitrag sei „einfach stark“.
Die anderen Plätze gingen an Schulen aus Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Hessen, die beispielsweise mit einem Spiel oder einem Bilderbuch zum Thema Pressefreiheit teilnahmen.
Zum Abschluss der Preisverleihung ergriff Staatsminister Neumann erneut das Wort „Ich möchte mich bei allen Beteiligten bedanken. Vor allem aber bei den Lehrern, die ihre Schüler unterstützt haben und bei der Umsetzung der Beiträge behilflich waren. Es sind tolle Ergebnisse entstanden.“
Nach der Preisverleihung gab es für die Siegerklassen einen Mittagsimbiss im Foyer des Kanzleramtes.  Dank einer sich anschließenden Führung konnten die Schülerinnen und Schüler außerdem einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Kanzleramtes werfen: Vom Sitzungssaal der Regierung und der Pressewand bis hin zu den Vitrinen mit Geschenken für ehemalige Bundeskanzler gab es einiges zu sehen.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Film mit dem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Das ist eine Bestätigung und Anerkennung der Arbeit unserer Schul-TV-AG“, freuen sich die beiden betreuenden Lehrerinnen Simone Gräf und Regina Leukel. Der kommissarische Schulleiter Dirk Fredl lobte nicht nur das außergewöhnliche Engagement der beiden Kolleginnen, sondern auch die Einsatzbereitschaft und Kreativität der Schülerinnen Natalie Beiter, Chantal Blattmann, Maren Busch, Lea Bosse, Katharina Höhn, Anna Langensiepen, Esther Lör, Katharina Müller, Michelle Schuy und Carolin Semmelroth: „Die Schul-TV-AG ist nicht zum ersten Mal mit einem bundes- oder landesweiten Medienpreis ausgezeichnet worden. Das zeigt, dass ihr eine hervorragende Arbeit macht und im Unterricht Produkte entstehen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen können“, sagte der Studiendirektor.