Eines war den Ehemaligen der Marienschule trotz unterschiedlicher Abschlussjahrgänge am diesjährigen Ehemaligentag gemein: Sie alle kehrten mit verschiedenen Erinnerungen an ihre alte Schule zurück und freuten sich auf ein Wiedersehen mit ihren Mitschülerinnen. Es war ein Tag der Ehrungen, Erinnerungen und des Erzählens.

„Auch wenn der Schulalltag heute anders ist als früher, gibt es keine Schule ohne ihre Geschichte. Sie als Ehemalige haben alle in der Vergangenheit das Schulleben geprägt und ein Stück Schulgeschichte geschrieben", eröffnete die ehemalige Schulleiterin Schwester Christiane als Vorsitzende des Fördervereins den Ehemaligentag in der Marienschule. Sie freue sich immer wieder auf den Ehemaligentag, der Brücken zwischen den ehemaligen Schülerinnen untereinander, aber auch zwischen Ehemaligen und Lehrern schlage. Den weitesten Weg auf sich genommen hatte der ehemalige Lehrer Meurer, der mit seiner Frau extra aus Spanien angereist war.

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Der stellvertretende Schulleiter Dr. Hans-Paul Breunig informierte alle Ehemaligen über Neuigkeiten aus dem Schulleben, die der Marienschule ihr besonderes Profil verleihen. Dazu gehören Projekte wie die Martinskation, Theateraufführungen und Kunstausstellungen genauso wie die aktive Mädchenfußball-AG oder erfolgreiche Schülerinnen im Bereich Robotik. In den vergangen Jahren habe sich die Schule vor allem durch einige Baumaßnahmen verändert. „Ein ganz großer Dank gilt dem Förderverein der Marienschule, ohne den einige Anschaffungen nicht möglich gewesen wären", erklärte Breunig. So seien die Tischgruppen in der Mensa und die ausleihbaren Tablets ein Verdienst des Vereins.

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Wie nachhaltig die Marienschule den späteren Werdegang der Schülerinnen beeinflusst hat, schilderte Prof. Dr. Stefanie Meilinger, die vor 25 Jahren dort ihr Abitur absolvierte. „Die Ausbildung in der Marienschule hat mich dazu ermutigt, mich technisch weiterzubilden. Deshalb habe ich angefangen, Physik zu studieren. Ich habe hier aber auch gelernt, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Deshalb habe ich ebenfalls Philosophie studiert", erklärte Meilinger ihre akademische Laufbahn. Sie spezialisierte sich auf den Bereich Umweltphysik und arbeitet mittlerweile an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Das besondere Profil der Marienschule verdeutlichte die Ehemalige an der UN-Bildungsoffensive „Bildung für nachhaltige Entwicklung", die vor zehn Jahren startet. Um eine nachhaltige Entwicklung in allen Lebensbereichen zu erreichen, seien unter anderem zwei Kompetenzen notwendig, die auch die Marienschule erfülle: Interdisziplinarität und Gestaltungskompetenz, so Meilinger, zeichneten die Voraussetzungen für nachhaltiges Handeln aus. Interdisziplinäres Denken fördere die Marienschule durch fächerübergreifendes Denken und die immer wiederkehrende Aufforderung der Lehrkräfte, an die Konsequenzen des eigenen Handelns für beispielsweise die Umwelt oder Gesellschaft zu denken. Gestaltungsmöglichkeiten gebe es an der Marienschule zahlreiche: Zahlreiche Projekte und Aktionen oder auch die Mitarbeit in der Schülervertretung ermöglichten den Schülern, ernstgenommen zu werden und etwas verändern zu können. „Ich danke der Marienschule und wünsche ihr, dass sie auch in Zukunft ein Ort der Bildung für Nachhaltigkeit ist", schlussfolgerte Meilinger.

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Eine besondere Ehrung am Ehemaligentag an der Marienschule erhielten die Abiturjahrgänge sowie die Absolventinnen der Handelsschule von 1964. Des Weiteren standen die Ehemaligen, die vor 60 Jahren oder mehr ihr Abitur gemacht haben, im Mittelpunkt. Die Dreiergruppe aus Hannelore Röder, Amalia Wittmann und Annemarie Maldaner sorgte für einen lang anhaltenden Applaus: Sie absolvierten ihr Abitur vor 65, 73 und 76 Jahren.

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Schwester Christiane dankte abschließend noch dem Förderverein und den Organisatorinnen des Ehemaligentages: Ilona Größer, Monika Eichhorn, Brigitte Sutherland und Gabriele Voorgang. Bevor alle Jahrgänge bei Kaffee und Kuchen gemütlich beisammen saßen, alte Bilder schauten und sich viel zu erzählen hatten, ermutigte Schwester Christiane alle Ehemaligen: „Wie Sie sehen sind 75 Jahre Abitur nicht unmöglich! Auf ein baldiges Wiedersehen."
(Katharina Höhn/ Fd)

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