Die Schülerinnen des Wahlunterrichtskurses  „Darstellendes Spiel in englischer Sprache 9.1“ präsentierten am 28. und 29. Januar 2014 als Ergebnis der Kursarbeit die dramatisierte Version der bekannten Erzählung des irischen Schriftstellers Oscar Wilde „The Canterville Ghost“ aus dem Jahr 1887.

Als Autor und Lektor bereiste Oscar Wilde 1882 viele Monate lang die USA und Kanada, um Lesungen und Vorträge zu halten. Er galt als eitel und exzentrisch,  besonders  für die Menschen des strengen viktorianischen Zeitalters. Vor seiner Reise durch die USA dachte Wilde, dass die Amerikaner deutlich weniger kultiviert seien als die Briten. Offensichtlich  revidierte er seine Meinung nach diesem Aufenthalt, denn  in  “ The Canterville Ghost“ heißt es folglich:
“We have really everything in common with America nowadays except, of course, language.”

Wilde war von der Natürlichkeit, Direktheit und Höflichkeit der Amerikaner angetan, was er in den Charakteren der besagten Erzählung herausarbeitet.  

In unserer Version der lustigen Geschichte über ein  300 Jahre altes Gespenst adligen Ursprungs spielt genau dieser Punkt immer wieder eine bedeutende Rolle. Die amerikanische Familie Otis zieht in ein altes Schloss in England, das deshalb zum Verkauf steht, weil das Hausgespenst, Sir Simon de Canterville, seinen Verwandten sehr viel Ärger bereitet. Direkt nach ihrer Ankunft wird das Leben des von der Otis Familie übernommenen Hauspersonals ganz anders. Die Bediensteten verstehen amerikanische Ausdrücke wie „okay“ nicht. Mr. Otis ist jedoch stets bemüht, seiner Familie Britisches Englisch und feine Manieren nahezubringen.

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Seine Angehörigen haben keine Angst vor dem Gespenst und bekämpfen seine Unarten wie das laute nächtliche Herumgeistern mit modernen chemischen und pharmazeutischen  Erfindungen. Anders als der große Bruder, Washington, der die Lösung in der fortschrittlichen amerikanischen Wissenschaft zu finden glaubt, ärgern die frechen Zwillinge Sir Simon mit arglistigen Tricks. Sie werden von ihren Eltern dafür getadelt, dass sie dem alten Gespenst gegenüber Respektlosigkeit zeigen.

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Nur die liebevolle Art der fünfzehnjährigen Tochter Virginia bringt Sir Simon dazu, den wahren Grund für seine nächtliche Unruhe zu erzählen. Er möchte so gerne die ewige Ruhe finden und Virginia hilft ihm dabei. Die letzte Szene unserer Version schließt jedoch nicht mit dem Begräbnis von Sir Simons Skelet, sondern mit einem weiteren Streich der dreisten Zwillinge: sie stören die mittlerweile etablierte Liebesbeziehung zwischen dem Duke of Cheshire und Virginia, indem sie als kleine Gespenster verkleidet dazwischen funken.  

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Die zwölf Schülerinnen des WU-Kurses „English Drama“ entschieden sich für diese Erzählung bereits Mitte des achten Schuljahres. Zunächst wollte keine von ihnen die Rolle des Gespenstes übernehmen. Als Jennifer Reinl sich dann doch bereiterklärte, konnten die anderen Rollen auch verteilt werden. Im Kurs Darstellendes Spiel gilt es, sich durch das Ausprobieren in eine Rolle hineinzufinden und dann zu sagen, „Ja, diese Rolle ist meine.“

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Die szenische Arbeit erfolgt im Teamwork, wobei jede Teilnehmerin gleichberechtigt ist. Es ist ein langer Weg bis zum Bühnenauftritt und nicht immer nur lustig und leicht. Neben den vielen anderen schulischen Verpflichtungen wie Klassenarbeiten in anderen Fächern fiel es den Teilnehmerinnen schwer, Zeit für das Erlernen ihrer Rollen und das Zusammenspiel zu finden. Einige Proben mussten an Samstagen stattfinden, auch am Tag der offenen Tür wurde im Rahmen einer öffentlichen Probe gearbeitet.

Characters                                                               played by


The Otis
Family, an American family moving to good old England:

Mr Hiram Otis, father                                                 Larissa Hannes               

Mrs Lucretia, mother                                                 Klara Böcher                                                  

Virginia Otis , daughter, nearly 16                              Paula Wollmann, Maren Wolf

Washington Otis, son, 18                                           Johanna Lang

Stars & Stripes, the                                                     

Otis twins ( girl & boy) 12                                          Alisa Sogijaine, Laura Reuker

Other characters:

The Canterville Ghost-

Sir Simon de Canterville                                            Jennifer Reinl

Lord Canterville                                                        Yolanthe Hartevelt

Cecil, Duke of Cheshire,                                            Maren Wolf, Paula Wollmann

18 , Virginia’s special friend                                    

Servants at Canterville Chase:

Mrs. Umney, the housekeeper                                    Lara Hauschild, Lisajoy Kaiser

Mrs. Hoskins, the gardener                                         Yolanthe Hartevelt

Jenny, the housemaid & cook                                     Josephine Weier

Zwei Schulaufführungen fanden deshalb erst in der eher entspannten Zeit vor den Halbjahreszeugnissen statt.  Die fast kompletten Jahrgänge 7 und 8 der Marienschule besuchten jeweils einen Auftritt. Obwohl die Darbietung eine Stunde dauerte und auf Englisch war, schauten die Schüler und Schülerinnen im Publikum gespannt zu. Am Mittwochabend fand dann auch noch eine letzte Aufführung für Eltern und interessierte Kollegen und Kolleginnen statt. Die Schauspielerinnen und ihre Lehrerin Frau Lloy-Schmitt danken für die Aufmerksamkeit und hoffen, dass  „The Canterville Ghost“ viel Spaß bereitet hat.
Der Dank gilt auch allen Helferinnen hinter der Bühne und in der Technik. Unsere irische Teaching Assistant, Niemh Dooley, übernahm das Fotografieren für das multimediale Bühnenbild und half bei den Aufführungen „backstage“ mit. Hannah Noll aus dem 9. Schuljahr soufflierte. Die Mitarbeit des Technikteams unter der Leitung von Herrn Dominik Schamböck und der Einsatz der Hausmeister waren dabei eine große Unterstützung.

Der  Parallelkurs WU Darstellendes Spiel in englischer Sprache 9.2 wird im Juni und Juli seine Eigenproduktion aufführen: „Being Different“ – eine Collage zum Thema Anderssein mit Szenen historischer und aktueller Immigration bis hin zur Problematik heutigen Cybermobbings. Eine Aufführung findet in der ersten Juli Woche auch im Rahmen des neugegründeten English Drama Networks im English Theatre Frankfurt statt, dann  vor den Theatergruppen der elf anderen teilnehmenden hessischen Schulen.

WU 9.1/LS